Die Zensurorgien der Internetkonzerne greifen immer weiter um sich. Es gibt eine schweigende Mehrheit, die davon nichts bemerkt, es gibt Jubler und es gibt diejenigen, die unterdrückt werden. Ein Kommentar.

Der 10. Mai 1933 ist als schwarzer Tag in die deutsche Geschichte eingegangen. An diesem Tag hat die „Deutsche Studentenschaft“ zusammen mit den Nazis dazu aufgerufen, Bücher zu verbrennen, die ihrer Meinung nach mit dem „deutschen Geist“ in Widerspruch standen. In 18 deutschen Universitätsstädten brannten in dieser Nacht die Scheiterhaufen.

Zwei unterschiedliche Epochen

Es muss ein schauriges Ereignis gewesen sein, als die brennenden Bücher die Nacht erhellt haben. Die Organisatoren der Aktion sahen darin wahrscheinlich, wie das „neue Denken“ die Nacht erhellte, während andere geschockt zuschauten, wie die Meinungsfreiheit in dieser Nacht nicht begraben, sondern verbrannt wurde. Es war einer der Meilensteine auf dem Weg in die Nazi-Diktatur, in der die nun herrschenden Eliten den Menschen vorschrieben, was sie denken und sagen durften und was nicht.

Dass es damals noch eine symbolische Verbrennung von Büchern brauchte, war ein Merkmal der Vor-Internetzeit. Informationen waren auf Papier festgehalten, der Film war ein junges Medium, das man nur im Kino schauen konnte. Wer die Bücher verbrannte, der verbrannte die Meinungen und das Wissen, die nun nicht mehr gewollt waren.

Heute leben wir in einer anderen Zeit. Informationen befinden sich im Netz, genauer gesagt auf den Plattformen der Internetkonzerne. Nur wenige Menschen schöpfen ihr Wissen noch aus Büchern, die allermeisten Menschen schöpfen ihr Wissen aus dem Internet und zum Beispiel aus Videos, die anzuschauen einfacher ist, als sich tagelang in einem Buch zu vergraben. Dass das so ist, zeigen die täglichen Zugriffszahlen auf Plattformen wie YouTube, wenn man sie mit den Auflagen von Zeitungen und erst recht Büchern vergleicht. Die Interviews, die ich zur Veröffentlichung meiner Bücher gegeben habe, haben teilweise weit über 100.000 Menschen auf YouTube gesehen, aber die Bücher haben sich „nur“ einige zehntausend Mal verkauft, was aber bereits reichte, um in die Bestsellerlisten von Amazon zu kommen.

Heute entscheiden die Internetkonzerne, was die Menschen wissen und denken dürfen. Und das wird immer weniger. Die Konzerne ziehen die Grenzen der „erlaubten“ Meinungen immer enger ein, wie die ständig „aktualisierten“ (man müsste sagen „verschärften“) Richtlinien von YouTube, Facebook, Twitter und so weiter belegen.

„Die Wissenschaft“

Und wie Nazis damals, so berufen sich auch die heutigen Meinungsführer auf „die Wissenschaft“. Die Rassenlehre galt damals als wissenschaftlich gesicherte Erkenntnis. Und zwar nicht nur in Nazi-Deutschland, auch in den USA herrschte eine auf „wissenschaftlichen Erkenntnissen“ basierende die Rassentrennung. Die Briten sahen sich in ihren Kolonien als „Herrenmenschen“ an und wenn ein britischer Offizier auf dem Gehweg ging, mussten die einheimischen „Untermenschen“ auf die Straße ausweichen, wenn sie Stockschläge vermeiden wollten.

Dass die Wiege der Menschheit in Afrika liegen könnte, war damals für „die Wissenschaft“ noch regelrechte Blasphemie, man verortete die Wiege der Menschheit in Europa. Darwin hatte zwar schon im 19. Jahrhundert vermutet, dass Afrika die Wiege der Menschheit war und in den 1920er Jahren bestätigten erste Funde, dass Darwin recht gehabt hat. Aber bis sich diese Erkenntnis in „der Wissenschaft“ durchsetzte, sollte es noch einige Zeit dauern.

Das Beispiel zeigt in eklatanter Weise, dass „die Wissenschaft“ und ihre Erkenntnisse nicht in Stein gemeißelt sind. Wissenschaft lebt im Gegenteil vom kritischen Geist, vom Hinterfragen der vorgeblich erwiesenen Erkenntnisse und es waren von jeher die kritischen Geister, die den Stand der Wissenschaft hinterfragt und kritisch überprüft haben, die am Ende für Fortschritt gesorgt haben. Entweder haben die kritischen Geister mit ihren Überprüfungen die Richtigkeit der geltenden Erkenntnisse bestätigt, oder sie haben Fehler entdeckt, die dann zu einem Umdenken in „der Wissenschaft“ geführt haben.

„Gefährliche Fehlinformationen“

Heute begründen Internetkonzerne ihre Zensur mit den Erkenntnissen „der Wissenschaft“ (wer oder was auch immer das sein soll). Wer beispielsweise das offizielle Narrativ anzweifelt, Impfungen gegen Covid-19 hätten keine schlimmen Nebenwirkungen, dem droht die Sperre bei den Internetkonzernen.

Dabei würde kein ernsthafter Wissenschaftler sich dieser These anschließen, denn um zu er Aussage zu kommen, diese Impfungen seien vollkommen ungefährlich, braucht man Zeit und Daten. Diese Impfstoffe werden aber erst seit wenigen Monaten verimpft, daher kann „die Wissenschaft“ noch gar keine Erkenntnisse darüber haben, ob und welche Langzeitfolgen die Impfungen mit den experimentellen mRNA-Impfstoffen haben könnten. Ob sie gefährliche Nebenwirkungen haben, wissen wir erst in einigen Jahren. Wer das anspricht, gilt aber heute als Ketzer und seine Meinung wird von den Internetkonzernen unterdrückt.

YouTube zum Beispiel hat gerade wieder seine Richtlinien „überarbeitet“ und der Spiegel schreibt:

„Googles Videoplattform hat neue Richtlinien veröffentlicht, nach denen gefährliche Fehlinformationen zu Impfungen generell untersagt sind. Bisher galten die Regeln nur für Covid-Vakzinen.“

Wer entscheidet auf welcher Grundlage, was „Fehlinformationen“ sind? Und was ist, wenn sich – was Gott verhüten möge – in einem Jahr herausstellt, dass die experimentellen Impfstoffe schwere langfristige Nebenwirkungen haben?

Wenn es 1957 schon YouTube und das Internet gegeben hätte, dann hätte in den Richtlinien stehen können, dass die „Verbreitung gefährlicher Fehlinformationen“ über rezeptfreie Medikamente, die ja geprüft und zugelassen, also nach dem Stand der Wissenschaft unbedenklich waren, gelöscht werden müssen. Eines dieser Medikament hieß Contergan, es wurde vier Jahre lang rezeptfrei verkauft und hat zu bis zu 10.000 Neugeborenen geführt, die mit fehlenden Gliedmaßen auf die Welt gekommen sind. Die Zahl der von Contergan verursachten Totgeburten ist bis heute nicht bekannt.

Scheiterhaufen gestern und heute

Wer gegen das, was die Internetkonzerne als die ultimative Wahrheit festlegen, Widerworte erhebt, der wird zum Ketzer erklärt. Solche Menschen werden medial an den Pranger gestellt, ihre Meinungen werden gelöscht, es wird ihnen die Existenzgrundlage genommen. So ist man im Mittelalter mit Ketzern umgegangen, wobei wir anscheinend schon dankbar sein müssen, dass die heutigen Ketzer nicht mehr auf Scheiterhaufen, sondern „nur noch“ medial, gesellschaftlich und wirtschaftlich „verbrannt“ werden.

Apropos Scheiterhaufen: 1933 musste man Bücher noch auf Scheiterhaufen verbrennen, um Meinungen und Wissen, die nicht gewollt waren, zu vernichten und als „wider den deutschen Geist“ zu brandmarken.

Auch da sind wir heute weiter, aber dank der modernen Technik braucht es keine Scheiterhaufen mehr, die die Nacht erhellen. Heute findet die „Verbrennung“ nicht gewollter Meinungen und nicht gewollten Wissens digital statt. Was früher Bücher waren, sind heute zum Beispiel Videos auf YouTube, die nicht verbrannt werden müssen, sondern einfach nur gelöscht werden können.

Der Effekt ist freilich der gleiche: Die Meinung wird unterdrückt, ihre Verbreitung wird verhindert.

Die heutigen Scheiterhaufen erhellen nicht mehr die Nacht, sie brennen von den meisten unbemerkt im digitalen Cyberspace. Damit die Menschen trotzdem von dem Feuer ihrer Erkenntnis erleuchtet werden, gibt es Medien, die positiv darüber berichten, dass wieder eine weitere Meinung nicht mehr verbreitet werden darf, wie der genannte Spiegel-Artikel zeigt, der die weitere Einschränkung der Meinungsfreiheit in positive Worte kleidet.

Die schweigende Mehrheit

Auch 1933 gab es Zeitungen, die sehr positiv darüber berichtet haben, dass die Verbreitung von Meinungen und Ansichten, die dem „deutschen Geist“ widersprochen haben, endlich dem Feuer übergeben worden sind. Es gab sie immer schon, die Claqueure, die ein solches Vorgehen gut fanden und beklatscht haben.

Und auch die Menschen haben sich nicht geändert. 1933 gab es eine schweigende Mehrheit, die das achselzuckend hingenommen hat, weil es ja nicht so schlimm war und es sie nicht betroffen hat. Und es gab die Jubler, die die „neue Zeit“, in der ihre Standpunkte endlich zur einzigen Wahrheit erhoben wurden, freudig begrüßt haben.

Aber es gab, so wie heute, auch diejenigen, die davon betroffen waren und die schockiert und entsetzt auf die Teilnahmslosigkeit der schweigenden Mehrheit geblickt haben. Die schweigende Mehrheit hat nicht verstanden, was da vor ihren Augen begonnen hat, es hat sie ja nicht betroffen. So sind die Menschen nun einmal.

Moderne Ketzerei

Heute spricht man nicht mehr von „Ketzern“, wenn es um Andersdenkende geht. Man spricht auch nicht mehr von „Volksfeinden“. Jede Epoche hatte ihre Bezeichnung für diejenigen, deren Meinungen dem zuwider gelaufen sind, was die herrschenden Eliten zur „einzigen Wahrheit“ erkoren haben.

Die heutigen Ketzer werden als „Verschwörungstheoretiker“ oder in der Steigerungsform als „Verschwörungsideologen“ bezeichnet. Das Muster ist das gleiche, wie in früheren Zeiten. Der von der „einzigen Wahrheit“ der herrschenden Elite erleuchtete Mensch erkennt den Feind sofort. Und mit dem Feind redet man nicht. Es reicht aus, wenn man ihn als „Ketzer“, also „Verschwörungstheoretiker“ bezeichnet, anstatt zu argumentieren. So wie die Menschen im Mittelalter nicht mit einem Ketzer reden und nichts mit ihm zu tun haben wollten, so sehen wir es heute auch. Nur die Begriffe haben sich geändert, nicht aber die Methoden oder die Menschen.

Nun wäre das ja vielleicht alles nicht so schlimm, wenn es in unserer modernen Demokratie so wäre, dass diejenigen, die zur Jagd auf die modernen Ketzer blasen, sich hinterher entschuldigen würden, wenn sich herausstellt, dass der „Ketzer“ recht gehabt hat. Aber das geschieht nicht.

Auch hier sehen wir eine Parallele zur Geschichte. Die Kirche zum Beispiel brauchte über 300 Jahre, bevor sie Galileo Galilei im Jahre 1992 offiziell rehabilitiert hat.

Es geht den Herrschenden nicht um die Wahrheit, es geht nicht – wie in der wirklichen Wissenschaft – darum, dass man einen Irrtum erkennt und ihn bei Bedarf korrigiert, wenn neue Erkenntnisse zeigen, dass man vorher falsch gelegen hat.

Es geht – so wie in früheren Zeiten auch – um Dogmen. Früher waren es die Dogmen der katholischen Kirche, dann waren es die Dogmen von Rassenlehre und Herrenmenschen, heute sind es die Dogmen des Liberalismus. Was der Liberalismus als Wahrheit festlegt, ist wahr. Und wenn es sich später als falsch herausstellt, dann wird der Mantel des Schweigens darüber gebreitet.

Wenn die Ketzer am Ende recht haben

Nehmen wir Deutschlands vielleicht bekanntesten „Ketzer“ Ken Jebsen. Als die Medien und Internetkonzerne 2020 zur Jagd auf ihn geblasen haben, da schwieg die Masse, die Claqueure jubelten und der (kleine) Rest war entsetzt. Der Faktenchecker des ZDF bezeichnete Ken Jebsen als „Verschwörungstheoretiker“, weil dieser zu Beginn der Pandemie vor eine „Impfpflicht durch die Hintertür“ gewarnt hat. So etwas, so zitierte der Faktenchecker die regierenden Eliten aus der Politik, werde „fälschlicherweise behauptet„. Das war der „Beleg“ für den selbsternannten Faktenchecker: Er fragte die herrschenden Eliten nach ihrer Meinung zu ihrem Kritiker und wenn sie ihm widersprochen haben, dann war es die in Stein gemeißelte Wahrheit.

Das wäre so, als wenn ein Faktenchecker im Dritten Reich 1939 beim Reichskanzler nachgefragt hätte, ob der einen Krieg gegen Polen plant. Und wenn der Reichskanzler „nein, natürlich nicht!“ geantwortet hätte, dann wäre der Faktenchecker damit zufrieden gewesen. Auf diesem Niveau arbeiten die selbsternannten Faktenchecker leider, aber die schweigende Mehrheit glaubt ihren „Fakten“.

Heute wissen wir, dass der Ketzer recht gehabt hat. Ob man die Impfpflicht gut oder schlecht findet, inzwischen kann niemand mehr bestreiten, dass sie „durch die Hintertür“ eingeführt wurde, wenn man ohne Impfung vieles nicht mehr tun darf. In einigen europäischen Ländern, zum Beispiel Italien, ist die Impfpflicht bereits Realität, denn Arbeitnehmer ohne den sogenannten „Grünen Pass“ werden ab dem 15. Oktober nicht mehr bezahlt. Was ist das anderes als eine Impfpflicht? Von einer „Hintertür“ kann man da schon nicht mehr reden, die Impfpflicht ist längst durch den Haupteingang hereingekommen.

Aber hat sich der ZDF-Faktenchecker dafür entschuldigt, Teil der Hexenjagd auf Ken Jebsen gewesen zu sein, die dazu geführt hat, dass er Deutschland verlassen musste, weil er wegen der von den Hexenjägern entfachten Stimmung nicht mehr sicher war? Haben die Hexenjäger Ken Jebsen für den entstandenen (nicht nur finanziellen) Schaden entschädigt, den die Hexenjagd verursacht hat? Immerhin wurde nicht nur seine Existenz zerstört, auch seine Mitarbeiter waren betroffen.

Natürlich wurde niemand entschädigt. Mehr noch: Es gab nicht einmal eine Entschuldigung. Und natürlich hat keiner der modernen Hexenjäger, die sich heute zum Beispiel „Faktenchecker“ nennen, seinen Irrtum eingestanden, obwohl die Fakten inzwischen zeigen, bei wie vielen Themen Ken Jebsen richtig und die selbsternannten Faktenchecker falsch gelegen haben.

Dieses Beispiel zeigt, dass es nicht um „die Wissenschaft“ oder um die Wahrheit geht. Es geht um die Narrative der herrschenden Eliten, um nichts anderes. Und darin unterscheidet sich unsere Zeit in nichts von den dunklen Kapiteln der Geschichte und die schweigende Mehrheit schaut zu, weil sie das leider nicht versteht.

Der spanische Philosoph George Santayana prägte den Satz:

„Wer die Vergangenheit vergisst, ist verdammt, sie zu wiederholen“

Wie wahr dieses Zitat ist, dürfen wir gerade live und in Farbe beobachten.


Achten Sie nun darauf, wer meinem Kommentar widerspricht und die digitale Bücherverbrennung, die derzeit stattfindet, verteidigt. Die Menschen, die digitale Zensur und die Unterdrückung abweichender Meinungen, also die moderne Form der Bücherverbrennung, verteidigen, sind die Leute, die 1933 klatschend neben den Scheiterhaufen gestanden hätten. Wer sich von dieser Schlussbemerkung angegriffen fühlt, der sollte den Mut haben, seine Standpunkte besonders kritisch hinterfragen, denn es gilt nach wie vor: Nur getroffene Hunde jaulen.

 

Quelle: Anti-Spiegel