Zur Logik der Pandemie

Von Bernd Lukoschik.

Da die „Pandemie der Ungeimpften“ mit dem anschließenden Text innerlichst zusammenhängt – denn was sollte der Kriegsfachmann wohl anderes leisten, als endlich die Ursache allen Übels, die Ungeimpften, „auf Zack“ zu bringen – hier einige ganz kurze Bemerkungen zu dem Geisteszustand unserer politischen und wissenschaftlichen Elite, die zurzeit mal wieder alles im Griff hat bzw. über den Einsatz eines Offiziers endlich wieder in den Griff bekommen möchte.

In einem sehr interessanten Gespräch, das ich kürzlich angehört habe, wird ganz nebenbei ein Gedankengang erwähnt, den mir bislang noch keiner widerlegen konnte: Wie sollen 15 Mio. Ungeimpfte die im Oktober und November überbordenden Inzidenzwerte und die größeren Sterbefallzahlen gegenüber den entsprechenden Monaten des letzten Jahres verursacht haben, wenn die damals etwa 80 Mio. Ungeimpften – denn das waren wir ja alle! – viel niedrigere Zahlen damals hervorgebracht haben? Sterbefall- und Intensivbettenbelegungszahlen im letzten Jahr, die im Durchschnitt der neun vorangegangenen Jahre lagen. Dies unter der allgemein akzeptierten Annahme, damals wie heute sei das Coronavirus die Ursache für die Infektionen und die Sterbefälle.

Noch einmal: 15 Mio. Ungeimpfte heute erzeugen mithilfe des gleichen Virus mehr Infektionen und Sterbefälle als 80 Mio. im entsprechenden Jahresabschnitt 2020!

Ich sehe hier keine andere Deutungsmöglichkeit, als dass die Sache unlogisch ist. Da logische Schlüssigkeit die notwendige Voraussetzung für die Gültigkeit einer These ist – hier für die These, die Pandemie sei von den Ungeimpften erzeugt –, kann die These also nicht stimmen. Womit wir zum eigentlichen Thema kommen.

Die Gesundheit, ein wahrlich militärisches Gut

Irgendeine kluge Spitzenpolitikerin hat schon recht früh vom „Krieg gegen das Virus“ gesprochen, und andere subalterne Politiker/-innen haben es dann nachgeplappert. So ist es eigentlich eher verwunderlich, dass man erst jetzt auf die glorreiche Idee kommt, einen Generalmajor an die Spitze des Krisenstabs zu stellen.

Rot-grüne Spezialisierung

Dazu bedurfte es allerdings wieder einer rot-grünen Regierung. Sie knüpft nahtlos an das an, worin sie schon immer herausragte: die politische Drecksarbeit zu verrichten, außen- wie innenpolitisch. Etwa – ein historischer Parallelfall – als es darum ging, endlich aus der geopolitischen Schmuddelecke herauszukommen. Es tat den deutschen Politikern immer schon weh, zwar eine Bundeswehr haben zu dürfen, aber leider nicht dafür, wofür sie doch da ist: zum Kriegführen. Das änderte sich dann endlich, als die Regierung Schröder/Fischer die Gelegenheit der Balkankrise nutzen durfte und einen Einsatz der Bundeswehr gegen Serbien herbeilog (s. die glänzende Dokumentation: Es begann mit einer Lüge). Bundeskanzler Schröder gab später in einem Anfall der Wahrhaftigkeit ganz offen zu, es sei ein völkerrechtswidriger Einsatz gewesen.

Egal, Rot-Grün tat das, was zu tun sich vorangegangene Regierungen nicht so recht getraut hatten. Sie machten sich die Finger schmutzig. Das qualifizierte natürlich für weitere rechtswidrige, unmoralische und undemokratische Projekte. Also auch für die Inthronisation eines Spitzenmilitärs als Vorsitzenden des Corona-Krisenstabs.

Gesundheitsexperte Militär

Nun fällt es einem schon recht schwer, eine förderliche Verbindung zwischen Gesundheit und Militär zu sehen. Üblicherweise besteht da ein Gegensatz: Je mehr Militär/Krieg, desto schlechter der Gesundheitszustand der Bevölkerung, der zivilen wie der soldatischen. Wie also – mal wieder – eine positive Verknüpfung zwischen Militäreinsatz und dem Wohl der Menschen herbeilügen?

Wir brauchen einen Krieg und dafür vor allem einen Kriegsgegner. Und den sprach ja bereits unsere Spitzenpolitikerin (s.o.) an: das Virus.

Aber ein Virus ist ein unangenehmer Kriegsgegner. So unsichtbar und nicht zu packen. Schlecht mit Raketen und Kanonen zu treffen! Was Anschauliches, was Fleischlich-Menschliches wäre da schon geeigneter. Was Russland und China angeht, so agieren unsere Politiker zwar zielstrebig auf eine Konfrontation hin, und sie werden mit einer grünen Außenministerin noch leidenschaftlicher an einem Feindbild arbeiten – aber zurzeit ist leider noch keine Menschengruppe im Ausland bereitgeklopft und präpariert, den Kriegsgegner abzugeben.

Was gibt es da Besseres, als sich im Inland nach menschlichem Gegnermaterial umzusehen? Und jedem springt es sofort ins Auge: Hier ist ein Kriegsgegner, der sogar noch mit Corona zusammenzuhängen scheint (scheint: dass das nicht der Fall ist, wurde oben unter „Zur Logik“ abzuleiten versucht.): all diese „Un…“, die Ungeimpften und notorischen Impfunwilligen und Impfunsolidarischen!

Die Leistungspalette eines Militärs

So hat der Herr Generalmajor endlich sein Spielzeug gefunden, bzw. das ist der geheime Gegner, den zu behandeln er diese Leitungsfunktion überantwortet bekommt!

Wie behandelt nun ein Militär? Was hat ein Militär so alles gelernt?

Der in die Exekutive vernarrte Kommentator in einer Lokalzeitung sagt: Die Ministerpräsidentenrunde plus Regierungschefin hätten immer gewusst, was nötig sei. Sie hätten es halt nur nicht durchsetzen können. Die Armen! (sage ich.) Wieder mal die alte Schwäche von Zivilverwaltungen und demokratischen Institutionen: zu lasch.

Daher also der Militär. Es steckt eben wieder mal oder immer noch die tiefe Sehnsucht nach der starken Hand in einem Großteil der Bevölkerung. Des Militärs Aufgabe ist es, nicht lasch zu sein. Wir dürfen also davon ausgehen, dass der Generalmajor nicht lasch mit den Ungeimpften umspringen wird.

Hier entspringt aber ein Problem. Wie kann ein Generalmajor allein nicht lasch sein?

Ein Auto ohne Räder …

… ist wie ein Generalmajor ohne Soldaten. Es ist naiv, anzunehmen, bei dem Generalmajor im Krisenstab werde es bleiben. Damit er nicht dazu verurteilt ist, zum Wurmfortsatz einer schwächlichen Zivilverwaltung zu verkommen, braucht er militärisches Personal, seine Kameraden.

Es ist also abzusehen, wohin die Installierung eines Spitzenoffiziers führen wird. Das, was bislang ein Tabu war, was wir immer nur mit Militärregimen in Lateinamerika verknüpft sahen – mit denen wir im Prinzip ja ganz gut zusammenarbeiten konnten –, das wird nun bei uns gang und gäbe werden: der Einsatz des Militärs im Inland.

In Bezug auf Lateinamerika darf von Militärdiktatur gesprochen werden! Bei uns darf man das nicht, denn ich sehe bereits hier die ministeriellen Sprachmodellierer in den Startlöchern hocken: Wem es gelingt, aus Rechts… Links… zu machen, aus Quer… Reichs…, wer Schlägertrupps zu Antifa qualifiziert, dem wird es ein Leichtes sein, dem Militärregime das Etikett „Retter von Gesundheit und Demokratie“ anzukleben. Zudem geht es ja nicht gegen das ganze Volk, sondern nur gegen die ungeimpften Impfmuffel!

Nicht so schnell, Geimpfter!

Vorerst trifft es nur die explizit Ungeimpften. So etwa 15 Mio. zurzeit. Und es werden dank der unterstützenden Maßnahmen über die bloße Bratwurstdarreichung hinaus immer weniger.

Aber, wie gesagt: Vorsicht, Geimpfter! Nun geschieht nämlich ein sehr sonderbarer Prozess, fast ein dialektischer. Aufgrund der zunehmenden Wirkungslosigkeit der Impfungen bzw. der zunehmenden Erkenntnis, dass die Impfstoffe immer schon wirkungslos waren bzw. lediglich eine Wirkung zum Negativen entfalten, aufgrund dieser Impfstoffqualitäten also wird der Geimpfte lang-, mittel- bis kurzfristig zum Ungeimpften.

Die Dialektik daran könnte man so formulieren: Je mehr geimpft wird, umso ungeimpfter wird man.

Oder analog zur berühmten Descartes’schen Formel: Ich bin geimpft, also bin ich ungeimpft.

Worauf läuft das also hinaus? Aus den 15 Millionen Ungeimpften werden wieder die vertrauten 80 Millionen. Und ganz schlimm für unseren Generalmajor: Als Teil der Geimpften werden auch seine Kameraden zu Ungeimpften. Und damit sich selbst zum Feind. Die armen Kerle werden also demnächst sich selbst in die Quarantäne abführen, sich selbst unter dem heilenden Schirm der Impfpflicht immer neue Booster verpassen. Und da es wohl gerade die bis 60-Jährigen sind, die kräftigen, gut durchbluteten, sportlichen jungen Männer, die reihenweise wegen Myokarditis oder Perikarditis oder Schlaganfall aus den Latschen kippen werden, wird der Generalmajor mit immer weniger Kameraden seine Gesundheitsaufgaben erfüllen sollen.

Fast so was wie eine militärische Autoimmunerkrankung!.

Ich bin also ganz optimistisch. Irgendwann wird sich die Anzahl der Kameraden asymptotisch gegen null bewegen und deren Chef wird aus Vereinsamungsgründen den Weg zurück in seine Kaserne antreten.

Quelle: Apolut