Merkel forever!

Sie kannten Sachsen-Anhalts CDU-Chef Sven Schulze nicht? Macht nichts. Der Mann hat vorgeschlagen, „Angela Merkels Lebensleistung“ parteiintern zu würdigen. Und zwar nicht in der Bütt, nein, er meint es ernst. Und CDU-Arbeitnehmervize Radtke regt dafür die Gründung einer Bundeskanzlerin-Merkel-Stiftung für Migration und Integration an. Grund: „Die Bewältigung der Flüchtlingskrise sei ein bleibender Verdienst von Merkel.“

Dazu folgende Richtigstellung:

Der Vorschlag greift zu kurz. Er müsste konkreter sein. Wie wäre es mit einem angemessenen Sitz der Stiftung, z.B. in Köln an der Domplatte? Und warum nur eine Stiftung für Migration? Merkels bleibende Verdienste sind doch viel umfassender.

Die Siemens-Stiftung, z.B., könnte Merkel ehren für die Abschaltung der deutschen Atomkraftwerke, und Frankreichs Präsident Macron könnte sich persönlich bei ihr dafür bedanken. Wie wäre es mit einer leuchtenden Statue am Arc de Triomphe?

Es gibt viele Möglichkeiten, Merkel zu ehren. Der spontane Abzug aus Afghanistan als Abbild des Zustandes der Bundeswehr (Ehrung Merkels mit dem Goldenen Stahlhelm), die Bewältigung der Corona-Wellen unter Einsatz des versprochenen schnellen Internets (ab sofort über eine Angela-App erhältlich). Leider hört man noch nichts aus Griechenland. Ich vermute: Den Griechen geht es besser, deshalb kann die Ehrung ausfallen.

Aber was ist mit Italien, Spanien, Malta, Zypern und den restlichen Südländern? Ohne Merkels gekonntes Wegschauen beim Thema Schuldenunion und europäische Umfinanzierung wären sie ganz arm dran. Das Problem: Ein Denkmal in angemessener Größe für Merkels Leistungen und bleibende Verdienste ist nicht bezahlbar.

Zuerst erschienen im Euro am Sonntag

Quelle: Achgut